Berliner Füchse bereit für Europas Königsklasse?

Von Henning Hemmesmann auf 1:53PM GMT 10 Mai 2011
Heinevetter lamentiert
Kann der Freund von Simone Thomalla mit seinen Paraden die Champions League Qualifikation sichern? Silvio Heinevetter im Kasten der Füchse.

Im Spiel der Handball-Bundesliga gegen Frisch auf Göppingen können sich die Füchse Berlin am Dienstagabend (19:00 Uhr) vorzeitig den vierten Platz der Tabelle sichern. Das ist aber mittlerweile nicht mehr das vorrangige Ziel. Neuerdings ist sogar Rang drei in Sichtweite - und damit die direkte Qualifikation für die Königsklasse des europäischen Handballs, die Champions League.

Vorbild Rhein Neckar Löwen

Sollten die Füchse Berlin am heutigen Dienstagabend ihr Heimspiel in der Max Schmeling Halle gegen den Tabellenfünften Frisch Auf Göppingen gewinnen, wäre ihnen Platz vier schon drei Spieltage vor Saisonschluss nicht mehr zu nehmen. Damit gelingt innerhalb von vier Jahren dem einstigen Aufsteiger von 2007 bereits 2011 der Sprung nach Europa. Ob es bereits in die Champions League geht oder die Berliner erst einmal um den "kleinen Bruder EHF-Pokal" mitspielen, hängt von mehreren Faktoren ab: zum einen vom Verlauf der restlichen Saisonspiele und den Planungen des europäischen Verbandes EHF.

Denn: Seit der Saison 2009/2010 liegt es am EHF die Qualifikanten für ein Turnier vorzuschlagen, dessen Sieger einen zusätzlichen Startplatz in der Champions League erhält. Die Kriterien für die Auswahl sind neben der EHF Länderrangliste auch Standort, Halle und Zuschauerresonanz: das alles spricht für den Zuschlag für die Berliner, die zudem bereits signalisiert haben, das Turnier ausrichten zu wollen.

Für die laufende Saison hatten sich über das Turnier übrigens die Rhein-Neckar Löwen qualifiziert, bekannterweise Champions League Halbfinalist 2010/2011 und somit Teilnehmer des Final Four um Europas Handball Krone. Die Schwaben sind damit einen Weg gegangen, den man sich in Berlin gerne zum Vorbild machen würde.

Direkter Weg zur Champions League

Aber sogar die direkte Qualifikation ist für die Berliner möglich: Hinter dem designierten Meister HSV Hamburg liegt Kiel als Zweiter (49:13 Punkte) und die Rhein-Neckar Löwen als Dritter (47:13) nach Verlustpunkten gleichauf mit den Füchsen (47:13). Das Restprogramm der Berliner nach dem Göppingen-Spiel scheint mit den Gegnern Ahlen-Hamm (21. Mai), Wetzlar (29. Mai) und zum Saisonabschluss der SC Magdeburg (4. Juni) machbar.

Die Göppinger dagegen haben gerade ein strammes Programm zu absolvieren. Am vergangenen Sonnabend waren sie noch beim Final Four um den deutschen Pokal im Einsatz, im Halbfinale unterlagen sie dem späteren Pokalsieger Kiel nach guter Leistung mit 23:28. Heute nun geht es gegen die Füchse, am kommenden Sonntag stehen sie gegen Großwallstadt im ersten Finale um den EHF-Pokal. Die Schwaben hatten vergeblich Protest gegen den Spieltermin in Berlin eingelegt. Trainer Velimir Petkovic polterte in Richtung Terminplaner: „Die machen meine Jungs kaputt.“

Fazit

Die ausgeruhten Hauptstädter treffen auf müde Göppinger. Vor 9000 frenetischen Fans sichern sich die Berliner das Ticket nach Europa und können auf mögliche Ausrutscher von Kiel und den Löwen warten.

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