Champions League: Werder unter Druck
Der SV Werder versteht es mittlerweile vortrefflich, mit krassen Gegensätzen umzugehen. Mal streiten die Leithammel Torsten Frings und Diego offen, dann liegen sie sich in den Armen. Bravouröse und blamable Auftritte wechseln in nicht vorhersehbarer Folge. Man hat diese Saison schon 5:4, 5:2 und 5:1 gewonnen - gegen Hoffenheim, Bayern und Hertha. Dem stehen genauso viele Peinlichkeiten gegenüber - die größten leisteten sich die Hanseaten in der Champions League: kürzlich 0:3 gegen Panathinaikos Athen, zum Auftakt ein 0:0 gegen Famagusta, den allseits unterschätzten zyprischen Nobody, der schon fünf Punkte in der Champions-League-Saison gesammelt hat und seit 41 Pflichtspielen in der Heimat ungeschlagen ist. Bremen tritt in Nikosia an, wohin Famagusta wegen fehlender Sicherheitsstandards im eigenen Stadion ausweichen muss. Anorthosis ist ohnehin ein Verein im Exil: 1974 zog der Club in den griechischen Teil Zyperns, als der Norden der Insel durch die Türkei besetzt wurde.
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Im 23 400 Zuschauer fassenden GSP-Stadion, wo normalerweise Olympiakos Nikosia sein Zuhause hat, ist Werder zum Siegen verdammt. Um das Achtelfinale noch zu erreichen, wird dann noch am 9. Dezember ein Erfolg gegen Italiens Meister Inter Mailand nötig sein. Eine Situation, die sich die Bremer mit ihrer Unbeständigkeit, Selbstgefälligkeit und Einfallslosigkeit auf internationalem Terrain selbst eingebrockt hat.
Ausgerechnet die unglückliche Niederlage im Nordderby soll als Mutmacher dienen, was allerdings nicht so abwegig erscheint. Konzentriert und fokussiert wie selten, mit einer funktionierenden Mittelfeldraute, einem dominanten Frings und Diego kontrollierte Werder am Sonntag immerhin Ball und Gegner - wenn auch am Ende erfolglos.

