"Clásico" Teil IV: Showdown im Camp Nou

Von Jens Nordholt auf 1:04PM GMT 3 Mai 2011
Mourinho grummelt
Fiel unter der Woche mit abstrusen Verschörungstheorien auf: Real-Trainer José Mourinho

Vor dem Halbfinal-Rückspiel in der Fußball-Champions-League zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid (20:45) ist die Stimmung ordentlich aufgeheizt. Real-Trainer José Mourinho verblüffte unter der Woche mit abstrusen Verschwörungstheorien und zeigte sich somit nach der 2:0 Hinspielniederlage als schlechter Verlierer.

Verschwörung á la Mourinho

Nach dem Hinspiel wetterte der Portugiese gegen den Gegner Barcelona und Schiedsrichter Wolfgang Stark, der Verteidiger Pepe die Rote Karte gezeigt und Mourinho selbst auf die Tribüne verbannt hatte.

Barcelona wurde gar bei der UEFA angezeigt: wegen vorgetäuschter Fouls und unsportlichen Verhaltens sollten gleich sieben Spieler Barcas nachträglich bestraft werden. Zudem habe sich laut Real auch Barca Trainer Josep Guardiola strafbar gemacht, weil dieser seine Spieler zur Schauspielerei anstifte. Diese absurd anmutende Anzeige gegen die Katalanen wurde von der UEFA bereits abgewiesen. Das hält den Portugiesen aber nicht davon ab, vor dem Rückspiel neuerliche Bedenken zu äußern, ob denn der angesetzte belgische Schiedsrichter De Bleeckere nicht wiederum auf Seiten Barcelonas stehe und absichtlich auf die Schauspieleinlagen von Messi und Co hereinfallen wird.

Gibt’s heut was neues?

Dabei ist die schlechte Ausgangslage der Königlichen selbstverschuldet: Mourinho ist mit seiner Defensivtaktik eindeutig an Grenzen gestoßen, denn nach dem überraschenden Pokalsieg gelang es im Bernabeu mit Mauertaktik und aggressivem Spiel nicht mehr die Blaugrana von ihrem Konzeptfußball abzubringen. So werden die Weißen einen schweren Stand haben: "Wir sind schon ausgeschieden", hatte sogar Mourinho nach der 0:2-Heimpleite eingeräumt.

Nur noch „ein Wunder" kann helfen, so die einhellige Meinung vor dem Spiel. Um es wahr werden zu lassen, muss der portugiesische Exzentriker nun offensiver spielen lassen. Dafür bietet er im Gegensatz zu den bisherigen drei Partien sogar wieder eine klassische Nummer 9 als Sturmspitze auf. Aller Voraussicht nach wird Karim Benzema dabei den Vorzug vor Higuain und Adebayor erhalten. Auf außen werden wieder die schnellen, aber auch schnell an ihre Grenzen stoßenden Cristiano Ronaldo und Angel Di María spielen. Als hängende Spitze wird unser Rhetorikass Mesut Özil auflaufen.

Barca wie gewohnt

Auch wenn Guardiola Zurückhaltung übt und das Gefühl hat, dass „wir es sehr schwer haben werden. Real Madrid hat schließlich nichts zu verlieren", spielt die offensivere Ausrichtung der Madrilenen den Blauroten in die Karten. Es dürften sich wieder mehr Räume auftun als zuletzt, zudem kann Barca dabei wieder auf zwei ihrer Schlüsselfiguren zählen: Abwehrchef Carles Puyol und Mittelfeld-Genie Andrés Iniesta haben ihre Verletzungen auskuriert und können von Anfang an spielen.

Fazit

Endlich könnte es wieder ein ansehnliches „Clasico“ werden. Notgedrungen muss Real von der destruktiven Spielweise abrücken, mehr Torraumszenen sind damit fast schon garantiert. Das Real Madrid aber 2 Tore mehr schießt als Barcelona muss bezweifelt werden. Ein souveräner Sieg für Barcelona ist da schon realistischer: 4:1 steht es am Ende für die Katalanen, die sich somit um eine Mitfahrgelegenheit nach London bemühen dürfen.

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