FC Chelsea vs. ManU: Weshalb Rooney Wiedergutmachung betreibt

Von Bernd-Tobias Kawlath auf 12:50PM GMT 6 Apr 2011
Rooney nimmt den Ball mit
Kann er Wiedergutmachung für seine Entgleisungen leisten? Wayne Rooney.

Am Mittwochabend (20:45 Uhr) gastiert im Viertelfinal-Hinspiel der Champions-League Manchester United beim FC Chelsea an der Stamford Bridge. Damit kommt es zu einer Neuauflage des Finalspiels von 2008, dass Manchester mit 6:5 nach Elfmeterschießen für sich entscheiden konnte und Michael Ballack in tiefe Depressionen stürzte.

Reizfigur Rooney

Ballack ist mittlerweile anstatt beim Star-Ensemble von Chelsea im Mittelfeld der Leverkusener beschäftigt, ansonsten findet man aber viele Namen von damals auch im Spielberichtsbogen von heute. Einer davon ist auf Seiten ManUs Wayne Rooney, der es sich nicht nehmen ließ im letzten Ligaspiel gegen West Ham United einen Kameramann mit wüsten Beschimpfungen zu belegen. Eigentlich unverständlich, hatte er doch zuvor mit drei Toren die „Hammers“ quasi im Alleingang zerlegt und einen 2:0 Rückstand in eine Führung verwandelt.

Der „Bad Boy“ in Diensten Manchesters wurde nun für zwei Premier League-Spiele gesperrt und kann seine Kräfte für den Vergleich mit den Londonern aufsparen.

Tragische Figur Torres

Läppische 59 Millionen hat der Öl-Milliardär und Chelsea- Mäzen Roman Abramowitsch für den spanischen Weltmeister Fernando Torres auf den Tisch gelegt. Bisher ist der Ertrag gleich null: In seinen 5 Spielen erzielte er keinen Treffer, legte auch keinen auf, wurde 3 mal ausgewechselt und am letzten Spieltag beim 1:1 gegen Stoke City gar erst in der 61. Minute eingewechselt.

Nun steht der Spanier symptomatisch für den bisher erfolglosen Versuch Abramowitsch' mit aller Macht und Unmengen an Geld den europäischen Fußballthron zu besteigen. Bisher scheiterten sie alle in schöner Regelmäßigkeit zwischen Achtelfinale und Halbfinale.

Nur 2008 standen die „Blues“ nur wenige Zentimeter vor dem Triumph: wäre Terry nicht ausgerutscht und hätte seinen Elfmeter daraufhin nicht an den Pfosten gesetzt, würde Michael Ballack sicher nicht als „ewiger Zweiter“ in den Fußballchroniken auftauchen.

Aktuelle Form

Chelsea präsentiert sich in dieser Saison ausgesprochen heimstark. Gerade gegen ManU wurde ein wichtiges 2:1 errungen. Daher gibt sich auch Chelsea-Keeper Petr Cech optimistisch: „Wir gehen selbstbewusst in dieses Spiel, denn unsere Bilanz gegen Manchester United in den letzten Jahren ist gut, besonders zu Hause."

Verzichten muss Chelsea allerdings auf den verletzten Israeli Yossi Benayoun und den brasilianischen Wintereinkauf David Luiz, der nicht spielberechtigt ist.

ManU spielt zur Zeit in beeindruckender Form: in der Premier League beträgt der Vorsprung bereits sieben Punkte auf die Verfolger, wobei Arsenal noch ein Spiel weniger auf dem Konto hat und auf vier Punkte verkürzen kann.

Personell kann Alex Ferguson im Gegensatz zu Carlos Ancelotti aus dem Vollen schöpfen.

Fazit

Das englische Duell ist ein Kräftemessen auf höchstem europäischen Niveau. Beide Defensivreihen sind von internationalem Format. Wahrscheinlich wird die Tagesform der Angreifer das Duell entscheiden. Wayne Rooney hat dabei eine ganz besondere Motivation. Dass der Knoten der Chelsea Stürmer, allen voran der von Torres, heute platzt, darf bezweifelt werden. Mit diesen Voraussetzungen wird ManU heute an der Stamford Bridge einen großen Schritt Richtung Halbfinale machen.

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