Formel 1 Finale: Warum die Wunder ausbleiben werden

Von Henning Hemmesmann auf 5:01AM GMT 11 Nov 2010
Fernando Alonso nimmt einen großen Schluck aus der Siegerflasche
Fernando Alonso wird wohl auch in Abu Dhabi wieder zum Superschluck ansetzen

Das 19. und letzte Rennen der diesjährigen Formel 1 Saison findet am Sonntag in Abu Dhabi statt. Dabei haben noch vier Fahrer theoretische Chancen auf den WM-Titel. Realistisch gesehen stehen die Chancen auf eine Überraschung allerdings nicht gut.

Die bei weitem besten Karten hat Ferrari Pilot Fernando Alonso, der bereits fünf Siege auf dem Konto hat. Der Spanier hat bisher 246 Punkte eingefahren und würde mit Erreichen des zweiten Platzes den Titel perfekt machen.

Acht Punkte hinter Alonso lauert der Australier Mark Webber im Red Bull, dicht gefolgt von seinem Teamkameraden, dem Deutschen Sebastian Vettel.

Mit 231 Punkten, 15 Punkten hinter Spitzenreiter Alonso, stehen die Chancen für Vettel schon relativ schlecht. Noch schwieriger wird es gar für Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes.

Der Brite hat 24 Punkte Abstand auf den Ersten und würde nur beim unwahrscheinlichen Scheitern der drei besten Formel 1 Piloten der Welt zum Zuge kommen.

Ein Sieg Hamiltons kann also ausgeschlossen werden, ebenso ein Sieg Vettels. Denn dafür dürfte Alonso höchstens Fünfter werden, angenommen der Heppenheimer siegt im Wüstenrennen.

Wahrscheinlicher ist dabei ein Szenario, bei dem Mark Webber am Ende der Glückliche ist. Erst sechs Mal lag Alonso in dieser Saison hinter dem fünften Rang. Sollte der Iberer auch diesmal besser abschneiden, könnte Vettel in die Situation geraten, seinem Teamkollegen den Sieg zu ermöglichen.

Es scheint also auf einen Zweikampf zwischen Alonso und Webber hinauszulaufen, mit weitaus besseren Karten für den Ferrari Fahrer.

Über die Stallorder wurde bereits ausgiebig diskutiert. Auch das ein Sieg Alonsos mit einem Vorsprung von weniger als sieben Punkten Vorsprung, einen faden Beigeschmack hätte, verstieß Ferrari doch beim Rennen in Hockenheim gegen die Abspracheregelung.

Felipe Massa überlies seinem Teamkollegen damals den ersten Platz, doch am Sonntag kommt es allein auf den Weltmeister von 2005 und 2006 an, der als einziger Fahrer der WM nicht auf das Versagen eines anderen Piloten angewiesen ist.

Der Spanier ist also der absolute Favorit und den Red Bull Piloten bleibt nichts anderes übrig als auf einen Verlauf wie im letzten Jahr zu hoffen.

Damals siegte Vettel vor Webber. Fernando Alonso belegte einen enttäuschenden vierzehnten Platz, allerdings noch bei Renault.

Sollte sich dieser Verlauf wiederholen, könnte Red Bull mit einem Doppelsieg seinen Weltmeister Mark Webber küren. Spannung ist also in jedem Fall gegeben, auch wenn ein Sieg in ferrarirot am Ende am wahrscheinlichsten erscheint.

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