Formel 1: Warum der Titel auch 2011 bei Red Bull bleibt
Mit einer zweiwöchigen Verspätung startet die Formel 1 am Sonntag in Melbourne/Australien in die Saison 2011. Politische Unruhen hatten Bernie Ecclestone, allmächtiger Formel 1 Patriarch, dazu bewogen den Bahrain Grand -Prix abzusagen und den Start der Saison stattdessen wieder einmal in „Down-Under“ stattfinden zu lassen.
Nitro-Beschleunigung etc.
Damit ist die lange Zeit des „Tüftelns“ endlich beendet und die Jagd nach WM-Punkten beginnt. Für die zwölf Teams und ihre Fahrer kommt nun der Härtetest, ob sich die Mühen am neuen Auto gelohnt haben, oder ob die Konkurrenz vielleicht doch ein besseres Auto zusammengebastelt hat.
Dabei hat sich die FIA wieder allerhand neue Regeln einfallen lassen, um die Rennen ausgeglichener und schneller zu machen: es gibt nun einheitliche Reifen, die übrigens eine Vielzahl von Boxenstopps versprechen aufgrund ihrer geringen Halbwertszeit, sowie eine „Nitro-Beschleunigung“, die sogenannte KERS- Technik. Hier wird anhand zurückgewonnener Bremskräfte ein zusätzliches Aggregat mit Energie versorgt, welche eine zusätzliche Leistung von bis zu 80 PS freisetzen soll. Erinnert stark an die Turbolader aus der The Fast and The Furios- Filmreihe.
Red Bull hoffnungslos überlegen
In den ausgiebigen Tests machte wiederum das Weltmeisterauto von Red Bull den besten Eindruck.
Anscheinend ist es den Konstrukteuren gelungen die Vorzüge des Autos vom letzten Jahr beizubehalten, dabei aber den größten Schwachpunkt des Vorjahresautos zu beheben, die fehlende Zuverlässigkeit. Insgesamt wurde ein gutes Gesamtpaket geschnürt.
In der gestrigen Qualifikation deklassierte Vettel sogleich die Konkurrenz. Fast 0,8 Sekunden hatte er innerhalb einer Runde auf den Zweitplatzierten Lewis Hamilton herausgefahren.
In der Formel 1 Welt eine halbe Ewigkeit! Wie Hohn für die Konkurrenz wirkt da das Statement des Weltmeisters, er habe auf den „Zusatzspeed KERS sogar verzichten können“.
Fazit
Für den morgigen Grand Prix gilt, wie wahrscheinlich für die gesamte Saison, Red Bull kann sich mit diesem überlegenen Auto nur selber schlagen. Wie bereits in der letzten Saison verzichtet das Team des österreichischen Brause- Milliardärs Mateschitz aber auf eine klare interne „Stallregie“.
Problematisch wird diese Maßnahme, welche die „Leistungsfähigkeit der beiden durch den Konkurrenzkampf pushen soll“ ( Red-Bull-Teamchef Christian Horner), wenn es wieder zu so unschönen Szenen wie beim Türkei Grand Prix im letzten Jahr kommt: Runde 40. Mark Webber führt vor Sebastian Vettel, als es auf die lange Gegengerade geht. Vettel hat mehr Schwung und nach einem Überholversuch berühren sich beide und fliegen von der Strecke. Vettel ist draußen, Webber kann sich nach einem Notstopp immerhin noch auf Rang drei ins Ziel retten.
Fahrer sowie das Team haben aus solchen Erfahrungen sicher ihre Lehren gezogen und werden daher morgen einen Sieg bejubeln dürfen.

