Real-Barça: Wer nach London fährt

Von Jens Nordholt auf 11:00AM GMT 27 Apr 2011
Kaka betet
Gehört zu Jesus und in die Startaufstellung Real Madrids: Der brasilianische Spielmacher Káká verdrängt Mesut Özil auf die Bank.

Im Halbfinale der Fußball-Champions-League treffen am Mittwochabend (20:45 Uhr) Real Madrid und der FC Barcelona aufeinander. Es ist die dritte Auflage des „El Clasico von insgesamt vier Partien innerhalb kürzester Zeit, wobei die Chancen für Real Madrid auf einen Finaleinzug nach dem Pokalsieg vor einer Woche gegen den Erzrivalen deutlich gestiegen sind.

Mourinhos Defensivtaktik

Denn der portugiesische Meistertrainer hat den Galaktischen mittlerweile sein taktisches Konzept übergeworfen, welches er bisher bei all seinen Trainerstationen erfolgreich verwendete. Mit einem Fokus auf eine gestärkte und aggressive Defensive, besonders gegen spielstarke Mannschaften, wird auf schnellen, überfallartigen Konterfußball gesetzt. Gute Werte bei brotlosen Statistiken wie Ballbesitz und Passquote werden dabei dem Gegner überlassen. Der Erfolg gibt ihm Recht: Mit neun Mann auf 15 Metern vor dem eigenen Strafraum verteidigen, dann schnell nach vorne – so war Real Madrid zum ersten Mal seit drei Jahren mal wieder besser als der FC Barcelona.

Die beste Mannschaft der Welt

Barcelona war im Pokalfinale nicht schlechter, nur weniger erfolgreich. Das berühmt berüchtigte Kurzpassspiel wurde zwar permanent gestört, Messis Kreise wurden erfolgreich eingeengt und wenn doch etwas durchkam, war der überragende Iker Casillas zur Stelle.
Dennoch hätte das spanische Pokalfinale auch torlos enden können: eine Energieleistung von Angel di Maria und Cristiano Ronaldo verhinderten das eigentlich folgerichtige Ergebnis. Auch nach der Niederlage von Valencia wird Barça im Santiago Bernabeu die Spielidee nicht ändern, obwohl mit Andrés Iniesta ein wichtiger Protagonist des tiki-taka auszufallen droht. Ganz sicher nicht dabei ist Barça Legende Carles Puyol.

Real Madrid ohne die Integrationsbeauftragten Özil & Khedira

Bei Real Madrid fehlen ausgerechnet im wichtigsten Spiel des Jahres die beiden Migrationsaushängeschilder und Nationalspieler Sami Khedira und Mesut Özil in der Startelf der Madrilenen. Khedira fehlt wegen eines Muskelbündelrisses im Oberschenkel, Özil wird vermutlich vom brasilianischen Hardcorechristen Káká auf die Ersatzbank verdrängt.
Damit wird nur ein Deutscher auf dem Spielfeld erwartet: Schiedsrichter Wolfgang Stark. Dieser hatte übrigens Leo Messi als „besten Spieler der Welt“ bezeichnet. Ein No-Go, zumindest für José Mourinho und alle Real Madrid Fans. Für alle anderen aber eher nur ein nachvollziehbares Statement.

Fazit

Auch heute werden wir keine Fußball Gala geboten bekommen. Zu destruktiv die Spielweise von Real Madrid, zu wenig durchschlagskräftig momentan die Spielweise Barças.Es wird wohl wieder ein Detail, ein Moment sein, der zwei Teams trennt, die in ihrer Art zu spielen unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Entscheidung wer nach London fährt, wird erst nächste Woche im Camp Nou fallen.

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