Welcher Zweitligist ist reif für Pokalfinale und Europa League?

Von Malte Schwartz auf 5:41PM GMT 1 März 2011
Duisburgs Banovic feiert
"So geht das!" Ivica Banovic weiß, wie man den DFB-Pokal gewinnt

Selten genug erreicht eine Mannschaft, die nicht in der Bundesliga spielt das Finale des DFB-Pokals. Dass man allerdings schon im Halbfinale weiß, dass eine Mannschaft aus der zweithöchsten Spielklasse das Endspiel in Berlin bestreiten wird, ist eine außerordentliche Sensation.

Der MSV Duisburg und Energie Cottbus haben die historische Chance direkt um den begehrten Pokal kämpfen zu können. Heute Abend um 20:30 messen sich die Konkurrenten in der Duisburger Schauinsland-Reisen-Arena.

Duisburgs Rezept

Viele Superlative, darunter „das größte Spiel seit Jahren“ wurden um Vorfeld der heutigen Partie gebraucht. Ein Einzug in die letzte Runde des DFB-Pokals wäre wohl tatsächlich der größte Coup der Vereinsgeschichte.

An einem mangelt es dem MSV vor dem entscheidenden Spiel gegen Ligarivalen Cottbus nicht – an Erfahrung. Da wäre zum einen Routinier Ivica Grlic, der Aachen 2004 als letzten Zweitligisten in das Finale des DFB-Pokals schoss.

Da der Spielführer, der gleichzeitig Teammanager ist, aufgrund eines Innenbandrisses zum Zuschauen verdammt ist, wird sein Namensvetter, der in Pokalfragen nicht weniger kompetent ist, seinen Part übernehmen.

Ivica Banovic holte mit dem 1.FC Nürnberg 2007 den Pokal und wird die wichtige Rolle als defensiver Mittelfeldspieler übernehmen. Der Kroate, der von seinem Landsmann und Trainer Milan Sasic in der Winterpause nach Duisburg gelockt wurden, hat sich gut in das Team integriert und könnte auf der „6“ zum Schlüsselspieler werden, wenn es darum geht die Kreise der starken Cottbusser Offensive einzuengen.

Wie präsentiert sich Cottbus?

Wie beim MSV steht auch bei Energie Cottbus eines der wichtigsten Spiele der Vereinsgeschichte ins Haus. Ein Endspiel in der nahen Hauptstadt wäre für das Team von Pele Wollitz ein Erfolg historischen Ausmaßes.

Siegt Bayern München morgen gegen Schalke 04 und qualifiziert sich zudem für die Champions League würde der Sieger der heutigen Partie automatisch in die Europa League einziehen. Der Trainer der Lausitzer sieht dies jedoch nach außen hin eher kritisch: „Sportlich wäre es eine zusätzliche Belastung und wirtschaftlich gibt es auch nicht viel zu holen.“

Dennoch spielt die Mannschaft im Duell gegen den MSV voll auf Sieg. „Wir fahren mit breiter Brust nach Duisburg und hoffen, dass wir die Sensation schaffen“, ließ Toptorjäger Nils Petersen vor der Partie verlauten.

Sein formstarker Sturmpartner Emil Jula muss jedoch passen. Der Rumäne fällt mit Oberschenkel- und Achillessehnenproblemen aus und wird wohl vom Chinesen Jiayi Shao vertreten, der aus dem Mittelfeld in die Spitze rückt. Der Niederländer Reimerink rutscht dafür auf Shaos Mittelfeldposition.

Pokal oder Aufstieg – Was ist wichtiger?

Beide Teams machten in der Liga zuletzt leichte Schwächphasen durch und sind im Kampf um den Aufstieg momentan etwas hinten dran. Fast wirkt es so als konzentriere man sich schon seit Wochen mehr auf das Halbfinale des Pokals als auf die Liga.

Beiden Vereinen winken mit Pokalfinale, Aufstieg und eventueller Europa League Teilnahme warme Geldregen in naher Zukunft, doch könnten beide Teams auch komplett leer ausgehen.

Duisburg ist leichter Favorit

Heute Abend sprechen die Fakten eher für den MSV. Die heimstarken Meidericher haben die geballte Erfahrung in Form der beiden Ivicas auf ihrer Seite, zudem spricht auch die Statistik eher für den MSV (4 Siege, 3 Unentschieden, 3 Niederlagen).

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