Wer die U17-WM für sich entscheiden wird
Die Sommerpause ohne WM oder EM kann ewig dauern. Die langen Wochen lassen sich nicht allein mit Transfergerüchten und Testspielen überstehen und so muss man sich notgedrungen andere Ereignisse unseres liebsten Rasensports suchen um über die Runde zu kommen.
Wirklich spannende Events sind aber rar gesät und so muss man dieser Tage den Blick einmal über den großen Teich schweifen lassen um einigermaßen zufrieden gestellt zu werden.
Versteht man Fußball nicht als Sport sondern als buntes Großereignis mit der Lizenz zum Flaggen hissen, kann man sich unter Umständen sogar für die Fußball-WM der Damen begeistern, doch wird jeder Zuschauer, der einmal 90 Minuten einer der WM-Partien gesehen hat mit vor starrem Entsetzen aufgerissenen Mund zurückbleiben, wenn irgendjemand ihm das unprofessionelle Gekicke als ernsthaftes Fußballspiel verkaufen will.
Richtigen und sehenswerten Fußball gibt es momentan bei der U17-WM in Mexiko zu sehen. Mit anständigem Tempo, taktisch verbesserungswürdig, aber jeder Menge technischer Finessen lassen sich hier bereits die Stars von morgen beobachten.
Am Sonntag findet bereits das Endspiel statt, in dem Gastgeber Mexiko auf die Überraschungsmannschaft aus Uruguay trifft und es gibt wohl nur wenige beeindruckendere Kulissen für dieses Spiel als das sagenhafte Azteken-Stadion.
Die Leistung der Mexikaner entspricht dem was zu erwarten war. Schon seit Jahren sind die Mittelamerikaner für ihre professionelle und effiziente Jugendförderung bekannt und die U-Teams Mexikos spielen in fast allen Jahrgängen eine gute Rolle.
Im Halbfinale besiegten sie Deutschland letztendlich verdient mit 3:2, da sie nach hinten raus den längeren Atem hatten. Der Coach der DFB-Junioren Steffen Freunde setzte zudem zu früh auf Ergebnissicherung und wurde von den nicht aufstecken wollenden Cabrones dafür bestraft.
Die jungen Mexikaner beeindruckten nicht nur mit Einsatz, Willen und Leidenschaft, sondern machten auch einen taktisch reiferen Eindruck. Zwar setzen das deutsche Team immer wieder Nadelstiche, aber in der entscheidenden Phase des Spiels konnte die Heimmannschaft ihre Überlegenheit optimal zur Geltung bringen. Dass die entscheidenden Tore per direkt verwandeltem Eckstoß und Fallrückzieher erzielt wurden, spricht für die gleichzeitige Spielfreude, die den sympathischen Mexikanern auch in der turbulenten Schlussphase nicht abging.
Uruguay siegte letztendlich mit 3:0 über Brasilien, konnte aber zu keinem Zeitpunkt die Dominanz Mexikos ausstrahlen. Im Gegenteil, Brasilien lieferte die bessere Partie und für die Urus wird es außer der tollen Atmossphäre im Stadion wohl nichts zu holen geben im Endspield er U17-WM.

