Wie Hertha Cottbus als Aufstiegskonkurrenten endgültig loswird

Von Malte Schwartz auf 5:50PM GMT 21 Febr 2011
Berlins Raffael und Ronny herzen sich
Werden die knuddeligen Brüder Raffael und Ronny erneut zu den Matchwinnern?

Das Topspiel der 2.Bundesliga findet heute im Berliner Olympiastadion unter Flutlicht statt. Der Tabellenführer Hertha BSC kann mit einem Sieg einen komfortablen Vier-Punkte-Abstand herstellen. Für Cottbus ist es die letzte Chance in Sachen Aufstieg noch ein Wörtchen mitzureden.

Wie stark ist Hertha wirklich?

Am vergangenen Sonntag um 14:15 Uhr sah es so aus als würde der Tabellenführer aus der Hauptstadt in eine Krise rutschen. Die schmerzhafte Heimniederlage gegen den Lokalrivalen Union Berlin lag erst eine Woche zurück und zur Halbzeit lag man beim Kellerkind Karlsruhe mit 1:0 hinten.

Was dann folgte war jedoch eine Reaktion, die sich wohl jeder Trainer von seiner Mannschaft wünschen würde, jedoch kaum einer bekommt. Angeführt vom brasilianischen Brüderpaar Raffael und Ronny und kongenial unterstützt von Kolumbianer Ramos und Shooting-Star Lasogga spielte die Hertha in der Offensiver ihr volles Potential aus und schenkte dem Team von Uwe Rapolder in einer Halbzeit sechs Tore ein.

Ein dickes Ausrufezeichen wurde gesetzt – nicht nur an die Gegner, auch an die eigene Moral. Diese Mannschaft weiß, was sie kann und dass Hattrick-Schütze Raffael & Co auch in der Bundesliga bestehen können, unterstrichen die beteiligten Akteure dieses mal auf außerordentlich beeindruckende Weise.

Schwachstelle Aerts?

Einen kleinen Wehmutstropfen gab es aber dennoch für Herthas Markus Babbel. Seine Nummer Eins Maikel Aerts erlaubte sich gegen Karlsruhe, wie schon in der Woche zuvor gegen Union, einen schwerwiegenden Fehler bei einem Freistoß des Gegners.

Beide Male musste der Niederländer den Ball aus dem Netz holen und auch wenn Aerts ansonsten eine starke Saison spielt, sollten die Herthaner beim Duell mit der offensivstärksten Mannschaft der Liga gerade bei Standardsituationen volle Konzentration walten lassen.

Wollitz „letzte Chance

Cottbus Trainer Pele Wollitz ist ein Mann klarer Worte. Viele seiner Kollegen würden sich schwer tun in der derzeitigen Situation „Tacheles“ zu reden, doch der ehemalige Osnabrücker gibt unumwunden zu: „Wenn wir oben noch einmal eingreifen wollen, brauchen wir über nichts anderes als einen Sieg zu diskutieren.“

Viel zu viele Punkte haben die Lausitzer in der Rückrunde schon liegen lassen. Zur Winterpause stand noch der Relegationsrang Drei. Die Rückrundentabelle setzt Cottbus ebenfalls in die Relegation – allerdings auf Platz 16.

Ein direkter Aufstiegsrang ist mit neun Punkten Abstand in weite Ferne gerückt und während alle Konkurrenten mit dem Punktesammeln fleißig weitermachen, konnte Energie in der Rückrunde erst einen Sieg für sich verbuchen.

Man darf gespannt sein mit welchen personellen Veränderungen der Mannschaft zu alter Stärke zurückverholfen werden soll. Die „letzte Chance“ im Berliner Olympiastadion? Energie Cottbus muss sich wohl langsam von den Aufstiegsträumen verabschieden.

Tendenz

Hätte Berlin nicht auf so aufmerksamkeitserregende Art und Weise am letzten Spieltag die Kurve gekriegt, wären die angeschlagenen Hauptstädter vielleicht genau die richtigen Gegner für die kampfstarken Ostdeutschen.

Unter den gegebenen Vorraussetzungen erscheint es jedoch als äußerst unwahrscheinlich, dass Cottbus aus diese Derby etwas Zählbares mitnehmen kann.

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